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Zur Veröffentlichung: 01. April 2003

Einem Betreiber-Paar aus Florida wird dauerhaft untersagt, Heimarbeits- Geschäftsmöglichkeiten zu vertreiben.

Als Teil eines Vergleichs mit der Federal Trade Commission wurde einem Ehemann - Hausfrau - Team und deren sechs Unternehmen und fünf nichtregistrierten Vereinigungen neben dem Vertrieb von Heimarbeits-Geschäftsmöglichkeiten auch jeglicher Verkauf über Schneeball- Marketingsysteme einschließlich Pyramiden- und Ponzisysteme dauerhaft untersagt. Die FTC erhob im Juni 2002 gegen das aus Florida stammende Paar Anklage mit dem Vorwurf des Betriebs eines betrügerischen Online-Heimarbeitsgeschäftes. Die FTC beschuldigte die Beklagten, dass sie mit ihren unwahren Darstellungen von Verdienstmöglichkeiten, freien Arbeitsplätzen und ihrem Angebot für technische Unterstützung der Kaufinteressenten auf die Ängste von Arbeitslosen abzielten. Vor kurzem hat zusätzlich der Staat Florida Anklage erhoben wegen 21 Vergehen wie Gangstertum, Verschwörung zum Gangstertum und Betrug im Fernmeldewesen. Im Falle einer Verurteilung droht jedem von ihnen eine Haftstrafe nicht unter 30 Jahren.

Die im Juni 2002 erhobene Anklage der FTC ist Teil der "Operation Busted Opportunity" (Operation zerstörte Chance), einem konzertierten Vorgehen der FTC, des Justizministeriums und von 17 Strafverfolgungsbehörden gegen Geschäftsmöglichkeits- und Heimarbeits-Betrug. Die verdeckten Operationen der Strafverfolger hatten Einzelpersonen zum Ziel, die mit betrügerischen Einkommensversprechen und Provisionen für die Verbreitung ihrer Betrügereien oder auf andere Art gegen die Verbraucherschutzgesetze verstießen. Die Klageschrift der FTC nennt Michael J. Gardner und Rebecca Dahl Gardner als Beklagte, die ihre Geschäfte als Home Typist International, Datapros, Professional Data Services, New Age Information Specialists und Work At Home Direct und über die Gruppe verwandter Unternehmen tätigten: Leading Edge Processing Inc., Quality Publishing Inc., Mega Processing Corp., Creative Tech of America Inc., Digital Inputting Corp. und The Bair Group. Die Beklagten wurden von Kissimmee und Orlando in Florida aus tätig.

Die FTC beschuldigte die Beklagten, dass sie sowohl in Emails als auch in Online-Angeboten unwahre Einkommensversprechungen machten, um auf betrügerische Art Heimarbeits- und Arbeitsplatzchancen anzubieten und zu verkaufen.

Gemäß der FTC verschickten die Beklagten Emails an Arbeitssuchende, die ihren Lebenslauf im Internet posteten und boten sowohl auf diesen Websites als auch in regionalen Tageszeitungen ihre Heimarbeits- und Arbeitsplatzchancen an. Die Beklagten köderten angeblich mögliche Interessenten mit vorgetäuschten aktuellen Jobangeboten per Email und Zeitungsannoncen und versprachen mögliche Einkommen wie beispielsweise 187,50 Dollar täglich oder 937,50 Dollar pro Woche und garantierten eine kontinuierliche Beschäftigung.

Die Klageschrift der FTC erhebt den Vorwurf, dass die Beklagten unwahr behaupten, sie würden die Verbraucher beim Kauf ihrer Heimarbeits- Gelegenheiten für die Zahlung von Gebühren zwischen 59 Dollar und 150 Dollar mit Arbeitsplätzen versorgen. Zusätzlich sollen die Beklagten irreführend dargestellt haben, dass sie die Käufer mit spezieller Software, Handbüchern und Schulungen in die Lage versetzen würden, erhebliche Einkommen dadurch zu erzielen, dass sie mit Hilfe eines Softwareprogramms, das angeblich den Zugriff auf die Server von Gesundheits- oder Abrechnungsdiensten über das Internet erlauben würde, Bestellungen oder Medikamentenabrechnungen bearbeiten würden. Tatsächlich aber stellte die FTC fest, dass viele Verbraucher, die zwischen 59 und 150 Dollar zahlten, überhaupt nichts erhielten, und dass diejenigen, die diese Software erhielten, sich darüber beschwerten, dass sie das zu ihrem Computer-Betriebssystem inkompatible Programm nicht starten konnten, dass es nicht korrekt arbeitete oder sogar gespeicherte Daten zerstörte. Die FTC beklagte auch, dass es keinerlei freie Arbeitsplätze für die Käufer gab und dass die Beklagten den Käufern weder Bestellungen noch Abrechnungen zur Bearbeitung zukommen ließen. Verbraucher berichteten auch, dass sie mit dem Eingang der Zahlungen bei den Beklagten weder Geld verdient hatten noch auf ihre Nachfragen und Beschwerden irgendeine Antwort erhielten.

Um sich mit der FTC zu vergleichen, wird den Beklagten dauerhaft sowohl die Teilnahme am Verkauf von Heimarbeits-Geschäftsmöglichkeiten als auch der Betrieb irgendwelcher Schneeball- Verkaufssysteme verboten. Der Vergleich untersagt den Beklagten auch den Verkauf oder die Offenlegung ihrer Kundenlisten und die Benutzung von Decknamen, auch in den Texten ihrer kommerziellen Emails. Der Vergleich sieht auch eine Geldstrafe zur Bewährung in Höhe von 200.000 Dollar vor, die dann fällig wird, sobald die Beklagten in ihren Werbematerialien, Formularen oder Erfahrungsberichten irreführende Darstellungen verwenden. Darüber hinaus enthält der Vergleich verschiedene Auflagen zur Dokumentation und Berichterstattung, um der FTC eine Überwachung der Einhaltung der Auflagen durch die Beklagten zu ermöglichen.

Die FTC erhielt in diesem Verfahren wertvolle Unterstützung durch das Büro des Generalstaatsanwaltes von Florida, der Florida- Zentrale des Better Business Bureau und des Büros des Sheriffs von Orange County.

Die Kommission bevollmächtigte die Mitarbeiter mit 5:0 Stimmen zur Annahme des vereinbarten endgültigen Vergleichs. Diesem wurde am 06. März 2003 beim U.S. District Court, Middle District of Florida, in Orlando, Florida zugestimmt.


Kopien der Vergleichsvereinbarung und der FTC-Klageschrift sind auf der Website der FTC unter www.ftc.gov abgelegt und auch über das Consumer response Center der FTC, Raum 130, 600 Pennsylvania Avenue, N.W., Washington D.C, 20580, 877-FTC-HELP (877-382-4357) erhältlich.

MEDIEN-KONTAKT:

Brenda Mack,
Office of Public Affairs
202-326-2182

MITARBEITER-KONTAKT:

Barbara Anthony oder Robin E. Eichen
FTC's Northeast Region - New York
212-607-2829


(FTC Matter No. X020078)
(Civil Action No. 6:02-CV-681-ORL-19DAB)

(http://www.ftc.gov/opa/2003/04/leadingedge.htm) 



Originaldokument

Dokument erstellt: 07.04.2003

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